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Alpenüberquerung: Berchtesgaden – Lienz

Großglockner

Alpenüberquerung: Berchtesgaden – Lienz 
7.-19. September 2020 

Nachdem wir schon seit vielen Jahren mit einer Alpenüberquerung zu Fuß liebäugeln und wir auch endlich mal wieder eine Hüttentour machen wollten, war es nun soweit. Wir haben uns bewusst gegen den "E5" von Oberstdorf nach Meran entschieden und haben eine etwas ruhigere und wenig begangene Route bevorzugt. So fiel die Wahl auf Berchtesgaden – Lienz.

Geplant haben wir die Tour in elf Tagen. Es wäre auch schneller gegangen, doch so waren wir zuversichtlich, nicht in Zeitnot zu geraten und zum anderen hatten wir die Gelegenheit, die eine oder andere Variante einzubauen und bei einem Zusatztag am Großglockner eine zusätzliche Tagestour einzubauen.

Die gesamte Tour sollte über etwa 145 km und 9.500 Höhenmeter gehen, wobei natürlich durch das Profil der Alpen es an einigen Tagen ganz oder überwiegend bergab gehen sollte. Ein Notebook hatten wir natürlich keines dabei, so dass es diesmal keinen täglichen Blog gab, sondern Ihr hier unseren gesamten Tourbericht (und ganz unten die gesammelten Fotos) en bloc zusammengefasst bekommt.

zu den Fotos ganz nach unten scrollen oder hier klicken

 

 

Tourbericht:

Tag 0, Montag, 7.9.2020 (Anreisetag)

Heute Morgen wollten wir noch kurz unser Gemüse gießen, damit Heidi nicht ganz so viel zu tun hat. Das wurde dann eine etwas längere Aktion, denn wir mussten feststellen, dass ganz viele Tomaten und Gurken über das Wochenende, an dem wir verreist waren, reif geworden sind. Das hat unsere Packliste etwas durcheinander gebracht, da in den kleinen Rucksäcken je 1 kg Tomaten und Gurken erst einmal untergebracht werden mussten. In München haben wir die Stunde Aufenthalt in der DB Lounge verbracht, wo es sogar auf Kosten der Bahn ein Eis gab. Übernachtet haben wir in Berchtesgaden in einem Gästehaus gleich neben dem Bahnhof. Zu Abendessen waren wir bei einem kleinen Italiener, bei dem es einen echt guten Käsekuchen gab.

Route: Fürth – Nürnberg – München – Freilassing – Berchtesgaden


Tag 1, Dienstag, 8.9.2020 (St. Bartholomä – Kärlingerhaus)

Am Morgen haben wir ausgeschlafen, da wir erst den Bus um 9:15 Uhr zum Königsee geplant hatten. Beim Frühstück gab es gleich einen Höhepunkt des Tages: Mia hat vier Brötchen bekommen mit den Worten: „Ich habe mir gedacht, du kannst eine Brotzeit für den Berg brauchen.“

Den Bus um 9:15 Uhr wollten allerdings viele Menschen nehmen. Wir hatten noch den Bus vorher wegfahren sehen – so gut wie leer. Unserer war dann gerammelt voll, es ist aber ja nur ein kurzes Stück und am Königssee wollten eh alle zum Schiff.

Dort war’s ganz entspannt, da wegen Corona nur ⅔ der Kapazität genutzt wird. Natürlich durfte auch das berühmte Echo vom Königssee, das der Kapitän mit einem Flügelhorn zu klingen gebracht hat, nicht fehlen.

Von St. Bartholomä sind 5 Stunden zum Kärlingerhaus angeschrieben. Der Weg hat zwei wirklich steile Serpentinenteile, das zweite bekannt als Saugasse. Es sind aber alles richtige Wege, wenn auch alpin. Wir sind sogar an Schneeresten vorbeigekommen. Wir waren dann etwas überrascht, als wir nach genau 3¾ Stunden am Kärlingerhaus waren, da wir mit dem ganzen Gepäck ja doch etwas langsamer unterwegs waren als sonst.

Die Saugasse hat unser GPS übrigens überfordert. Sie hat keine Serpentinen gemessen, sondern Chaos.

Route: Berchtesgaden – Königssee (603 m) – St. Bartholomä – Saugasse – Kärlingerhaus (1638 m)
bergauf: 1090 m, runter: 70 m
Strecke: 12,2 km
Dauer: 3:45 h


Tag 2, Mittwoch, 9.9.2020 (Kärlingerhaus – Maria Alm)

Vom Kärlingerhaus zum Riemannhaus gibt es zwei Wege, einen durch das Steinerne Meer und einen zweiten durch das Baumgärtl. Da wir das Steinerne Meer schon kennen, haben wir uns für den Weg durchs Baumgärtl entschieden.

Beim Losgehen lag früh über dem Funtensee ein richtig schöner Nebel. Weiter oben ist es dann gleich aufgezogen und wir hatten wieder herrliches Wetter. Wie wir dann auf dem Weg festgestellt haben, geht es nur die erste Stunde durchs Baumgärtl, danach geht auch diese Route fast zwei Stunden durchs Steinerne Meer – ein Felsblock reiht sich an den nächsten. Das Riemannhaus taucht dann recht plötzlich auf und steht an der Kante mit freiem Blick auf den Großvenediger und das Kitzsteinhorn.

Der Abstieg vom Riemannhaus ist dann richtig steil – 1400 m nach Maria Alm, davon etwa eine Stunde mit brandneuer Seilversicherung und teilweise Steighilfen durch die Felswand. Die alten Seile sind vom Beginn des vorigen Jahrhunderts, die neuen halten 10 Tonnen – das sollte für uns reichen.

Eigentlich hatten wir in unserem Quartier Halbpension gebucht. Da wir allerdings die einzigen Gäste waren, die Abendessen wollten, wurde dieses storniert und wir haben Nudeln und Tomatensoße bekommen und kochten am Abend selbst.

Route: Kärlingerhaus (1638 m) – Baumgärtl – Steinernes Meer – Riemannhaus (2177 m) – Maria Alm (802 m)
bergauf: 610 m, runter: 1420 m
Strecke: 21,4 km
Dauer: 6:30 h ohne Pausen, 7:45 h inkl. Pausen


Tag 3, Donnerstag, 10.9.2020 (Maria Alm – Statzerhaus am Hundstein)

Heute geht es zwar nicht besonders weit, dafür aber die ganze Zeit in der prallen Sonne stetig bergauf zum Hundstein auf 2117 m. Damit geht es quasi die Höhenmeter, die wir gestern runter sind, heute wieder rauf.

Am Gipfel auf der Hütte zogen dann erstmals Wolken auf, so dass wir Pulli bzw. Jacke brauchten.

Das Statzerhaus war das einzige Quartier, in dem wir vorher nur ein Lager reservieren konnten und nur auf der Warteliste für ein Zimmer standen. Als wir angekommen sind, meinte die Hüttenchefin, dass wir in einem Doppelzimmer übernachten dürfen, sogar in einem richtigen Doppelbett!

Die Hütte ist übrigens so klein und abgelegen, dass alle Wanderer dasselbe Ziel Lienz haben und es nur kleine Unterschiede in der Route gibt.

Ein Einheimischer aus Bruck hat uns auf der Hütte empfohlen, unsere Route zu verbessern. Von Bruck aus werden wir übermorgen nicht den Bruckerberg hochgehen, sondern über Judendorf und die Ponyhofalm zum Imbachhorn und dann zur Gleiwitzer Hütte gehen. Das soll viel schöner sein als einfach im Wald über Serpentinen den Hang hoch.

Route: Maria Alm (802 m) – Christernreit – Grießbachalm (1550 m) – Lohningalm (1608 m) – Statzerhaus am Hundstein (2117 m)
bergauf: 1279 m, runter: 0 m
Strecke: 10 km
Dauer: 3:15 h (3:45 h inkl. Rast auf der Grießbachalm)


Tag 4, Freitag, 11.9.2020 (Statzerhaus am Hundstein – Bruck an der Großglocknerstraße)

Heute dachten wir, dass es gleich in doppelter Hinsicht positiv war, dass gestern und heute nur kurze Etappen auf dem Programm standen. Zum einen konnten wir dadurch gestern auf einem Gipfel mit 360-Grad-Rundumsicht übernachten (statt dort nur eine kurze Rast zu haben). Und zum anderen sollte es heute Nachmittag regnen/gewittern. Die Aussicht gestern Abend war wirklich toll, doch statt dass es jetzt regnet, brüteten wir hier in der prallen Sonne.

Heute ist Bruck an der Glocknerstraße unser Ziel und es geht nur bergab. Der Weg geht anfangs am Grat entlang mit Blick auf die nebelumwaberte Glocknergruppe. Nach ca. der halben Strecke haben wir Blick auf den Zeller See, der immer weiter aufklart. Es ist recht angenehm, heute mal nicht immer in der prallen Sonne zu laufen. Und das letzte Stück geht es durch den Wald bis runter ins Tal.

In Bruck an der Großglocknerstraße angekommen haben wir zuerst wieder die anderen Gäste vom Statzerhaus getroffen, die mit dem Bus die Großglockner-Hochalpenstraße hoch wollten.

Wir haben dann unsere Unterkunft gesucht und standen vor verschlossener Türe. Ein Anruf hat dann aber schnell geklärt, dass wir ein kostenloses Upgrade bekommen und statt in der Pension im zugehörigen Hotel untergebracht sind. Wir konnten auch sofort einchecken, obwohl es erst gegen 12 Uhr war. Frisch geduscht haben wir uns dann aufgemacht den freien Nachmittag bei Eis und Sonne zu genießen. Der angekündigte Regen hat es sich nämlich anders überlegt.

Daher haben wir uns kurzentschlossen noch mit dem Zug nach Zell am See aufgemacht. Zell am See ist nett aber echt touristisch.

Im Hotel haben wir dann am Abend unseren heutigen Hochzeitstag bei einem netten Abendessen am Ufer der Salzach ausklingen lassen.

Route: Statzerhaus am Hundstein (2117 m) – Ebnerscharte (1612 m) – Eisbrunnen – Erlhofplatte (1368 m) – Bachseiten – Bruck an der Großglocknerstraße (756 m)
bergauf: 0 m, runter: 1340 m
Strecke:13,5 km
Dauer: 3:15 h


Tag 5, Samstag, 12.9.2020 (Bruck an der Großglocknerstraße – Gleiwitzer Hütte)

Wenn man einfach nur von Berchtesgaden nach Lienz über die Alpen möchte, würde man unsere heutige Tour auslassen und gleich von Bruck an der Großglocknerstraße auf die Trauneralm gehen. Alle anderen, die wir getroffen haben, haben das auch so gemacht, aber die haben den zwar langen und extrem steilen Anstieg zum Imbachhorn und weiter zur Gleiwitzer Hütte verpasst, dafür aber auch die tolle Aussicht und einen genialen Sonnenaufgang am nächsten Morgen.

Heute ging es mit dem Bus zum Ponyhof. Das klingt harmloser, als es war, denn wir haben lediglich ca. 5 km entlang der (dort noch flachen) Großglockner-Hochalpenstraße abgekürzt.

Der Wanderweg ging durchaus steil in Serpentienen über Wiesen und durch den Wald mit schöner Sicht auf die umliegenden Berge zur Ponyhofalm, wo wir bei drei Skiwasser kurz Rast gemacht haben. Die Alm hatte heute den letzten Tag geöffnet.

Über die Wiesen ging es weiter bergauf und wir waren froh über jede Wolke, die uns Schatten gespendet hat. Die Aussicht wurde immer besser, man sieht auch den Zeller See und den Hundstein mit Statzerhaus recht gut, der war teilweise aber in Wolken.

Recht bald sieht man dann schon das Imbachhorn, was der höchste Punkt unserer heutigen Tour ist. Allerdings ist uns noch nicht so recht klar, wie oder besser wo wir da hochgehen sollen. An der Abzweigung überlegen wir aber nur kurz und entscheiden uns für den Gipfelweg. Die Kühe am Weg machen uns auch recht bereitwillig Platz, so dass es keine Ausreden gibt, den steilen Weg hoch zu gehen.

An der Kreuzung zum Imbachhorn ist schnell klar, dass der Abstecher hoch zum Gipfel wohl der einfachste Teil des heutigen Weges ist. Unsere Rucksäcke lassen wir trotzdem am Wegweiser liegen. Am Gipfel hat man eine wunderschöne Aussicht, vor allem auf den Zeller See.

Der Weiterweg zur Gleiwitzer Hütte beginnt recht einfach. Die Sicht auf den dünnen Weg am Hang entlang über die Brandlscharte, hat uns dann allerdings etwas überrascht. Der Weg um den Brandlsee bis zur Kante war dann aber einfacher als er aussah. An der Kante sieht man dann schon die Gleiwitzer Hütte und auch den steilen teilweise seilversicherten Abstieg über unzählige Serpentinen. Mit Gepäck hatten wir hier schon Respekt vor dem Abstieg. Nachdem der Weg aber trocken war, hätte man die Seilversicherung wohl nicht unbedingt gebraucht.

Route: Bruck an der Großglocknerstraße (756 m) – Fusch Ponyhof (Bus) – Vordergaisstätt – Judendorf – Ponyhofalm (1440 m) – Bäckenanderlalm – Imbachhorn (2470 m) – Brandstätterscharte – Gleiwitzer Hütte (2176 m)
bergauf: 1640 m, runter: 290 m
Strecke: 10,8 km
Dauer: 6:15 h mit und 5:15 h ohne Pause


Tag 6, Sonntag, 13.9.2020 (Gleiwitzer Hütte – Trauneralm)

Heute Nacht hatten wir wieder einmal ein Zimmer mit Aussicht. Um kurz nach 6 Uhr hat sich Maria die Kamera geben lassen, um den beginnenden Sonnenaufgang zu fotografieren. Wir haben uns dann fleißig beim Fotografieren abgewechselt und zwischendurch gepackt.

Um kurz nach 8 Uhr sind wir von der Hütte nach unten aufgebrochen. Der Weg war im Vergleich zu gestern ein gut gepflegter Wanderweg durch Heidelbeersträucher (meistens breit genug für beide Beine) und später durch den Wald ein breiter Fahrweg.

Im Tal haben wir dann bis zur Mautstelle der Großglockner-Hochalpenstraße den Bus genommen und sind von dort in der Sonne zur Trauneralm im Tal gelaufen, nur am Schluss geht es ein bisschen hoch.

Unser Zimmer hat auch heute wieder Aussicht, diesmal nach Westen, also eher etwas für den Sonnenuntergang.

Heute ist übrigens der mittlere Tag unserer Tour (Tag 6 von 11), gut die Hälfte haben wir also geschafft

Route: Gleiwitzer Hütte (2176 m) – Hirzbachalm (1715 m) – Feistalpl (1347 m) – Fusch Ortsmitte (813 m) – Bus nach Ferleiten (1150 m) – Unterstein – Foißen – Piffmoos – Trauneralm (1522 m)
bergauf: 380 m, runter: 1330 m
Strecke: 15,19 km
Dauer: 4:00 h


Tag 7, Montag, 14.9.2020 (Trauneralm – Glocknerhaus)

Erfreulicherweise dürfen wir heute im Schatten gehen, da wir so früh aufgebrochen sind und die Berge im Osten und Norden so hoch sind, dass die Sonne noch nicht drüber kommt.

Von der Trauneralm geht es bald einen Bergwanderweg steil am Hang des unteren Pfandlbodens hinauf. Wir müssen unzählige Bäche kreuzen, teilweise ist der Weg ein kleiner Bach. Nach ca. einer Stunde haben wir den oberen Pfandlboden erreicht und der Weg wird felsiger und steiler bis wir eine mondlandschaftsartige Hochebene erreichen. Hier hat der Wind so eisig gepfiffen, dass wir unsere Jacken und Mützen rausgeholt haben.

Von hier sieht man erstmals deutlich den nördlichen Pfandlscharten-Kees, einen kleinen Gletscher, über den wir gehen müssen, um zur Scharte zu kommen. Hier ist der Weg nur sehr grob markiert und nicht einfach zu finden.

Vom „Gipfelkreuz“ der unteren Pfandlscharte sieht man einen kleinen See auf der Kärntner Seite und das letzte Stück der Großglockner-Hochalpenstraße, aber noch nicht den Großglockner. Dazu müssen wir erst Richtung See absteigen, am Hang außenrum und auf der anderen Seite wieder hoch über einen kleinen Hügel gehen, bis der Großglockner – allerdings noch ohne Gletscher – sichtbar wird.

Nun geht es über die Trögeralm einen gemächlichen Wanderweg entlang zum Glocknerhaus.

Nachdem wir unser Zimmer mit Großglocknerblick bezogen haben, gibt es heute Nachmittag ausnahmsweise mal Progamm. Zwei Freunde aus dem Harz sind nämlich zufällig genau heute auf der Durchreise nach Kärnten. Von der Scharte aus haben wir kurz unsere Ankunftszeit mitgeteilt und gegen 14 Uhr haben wir uns dann am Glocknerhaus getroffen und sind gemeinsam zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe gefahren.

Dort hat man einen wunderbaren Blick auf den Gletschersee, den Großglockner und den Gletscher, auch wenn der schon deutlich kleiner ist als früher. Der Gamsgrubenweg war leider nur 1 km begehbar. Danach ist er wegen Steinschlaggefahr gesperrt. Man sieht den Gletscher trotzdem gut.

Wir haben zwar noch nicht den höchsten Punkt unserer Tour erreicht, aber da wir seit heute Nachmittag quasi am Großglockner vorbei sind, fühlt es sich so an, als ob wir die Alpen im Wesentlichen bereits überquert haben.

Route: Trauneralm (1522 m) – unterer Pfandlboden – oberer Pfandlboden – nördlicher Pfandlscharten-Kees – untere Pfandlscharte (2663 m) – Trögeralm – Glocknerhaus (2132 m)
bergauf: 1200 m, runter: 530 m
Strecke: 8,7 km (Ansage des Navis am Start: „gehe 8,4 km geradeaus“)
Dauer: 4:30 h ohne und 5:00 h mit Pause


Tag 8, Dienstag, 15.9.2020 (Ruhetag am Glocknerhaus)

Heute ist unser Ruhetag. Wir verbringen zwei Nächte im Glocknerhaus, um uns etwas für die anschließenden Königsetappen auszuruhen und um hier die Landschaft bei einer kleinen Tagestour zu genießen. Ohne großes Gepäck fühlte sich diese eher wie ein Spaziergang an. Es sind dann aber doch 6 Stunden und knapp 700 Höhenmeter geworden.

Durch unseren Ruhetag ist heute kein Packen angesagt, sondern ausschlafen. Wir sind daher auch die letzten beim Frühstück.

Vom Glocknerhaus, wo unsere kleine Rundwanderung zum Gletscher beginnt, hat man Blick auf den kleinen etwas tiefergelegenen Stausee Margaritze, zu dem wir als erstes absteigen. Dann geht es im Uhrzeigersinn um den Stausee. Wir haben sehr guten Blick auf den Großglockner und die Gletscher, die sich im See spiegeln.

Weiter geht es hinauf zum Möll, einem zweiten See, der zwischen dem Gletschersee und dem Stausee liegt und deutlich kleiner ist, aber trotzdem schön spiegelt. Noch weiter geht es hoch zum Gletscher. Dabei kommen wir auch an der historischen Gletscherbahn vorbei. Bisher war der Weg schön einsam, es sind uns vielleicht 10 Wanderer entgegengekommen, jetzt wird es voll, da die Spaziergänger von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit der Gletscherbahn oder zu Fuß runterkommen.

Wir entscheiden uns dafür, so weit wie möglich zum Gletscher zu gehen. Es geht am riesigen Gletschersee entlang, in dem es auch kleine Inseln gibt, die hörbar schmelzen und kalben. Der Weg geht jetzt auf dem Gletscher entlang, auch wenn man es kaum merkt, da wir auf dem Geröll auf dem Gletscherrand gehen. Immer wieder zeigen Schilder an, wann der Gletscher wo aufhörte. Die Abstände der letzten beiden Fünfjahreszeiträume sind erschreckend groß.

In den Gletschersee mündet ein großer Gletscherfluss zwischen zwei Geröllwänden, der aus dem Gletscher unten rauskommt. Weiter geht es hier nicht.

Auf dem Rückweg geht es den steilen Weg hoch zum Parkplatz der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Wir sehen ein paar Murmeltiere, trinken kurz etwas und dann geht es zurück zum Glocknerhaus. Für einen Ruhetag war die Tour dann doch ganz schön lang.

Route: Glocknerhaus (2132 m) – Grafental – Margaritze – Steingarten – Möll – Pasterze-Gletscher – Gletscherbahn – Franz-Josefs-Höhe – Pointbalfen – Pasterzenhaus – Glocknerhaus (2132 m)
bergauf: 688 m, runter: 688 m
Strecke: 15,6 km
Dauer: 6:00 h


Tag 9, Mittwoch, 16.9.2020 (Glocknerhaus – Glorer Hütte)

Inzwischen sind wir auf unserer Tour im vierten Bundesland angekommen. Los ging es vor einer guten Woche in Bayern. Am zweiten Tag haben wir die Grenze nach Salzburg überschritten und das Glocknerhaus (vergangener Montag) lag dann in Kärnten. Seit heute sind wir nun in (Ost-)Tirol. (Morgen werden wir noch einmal zwischen Tirol, Kärnten und Tirol hin und her wechseln.)

Nachdem für heute ab dem späten Vormittag (und morgen) Gewitter und Regen angesagt waren, sind wir schon gegen 7:30 Uhr aufgebrochen, um über den Wiener Höhenweg und die Salmhütte zur Glorer Hütte zu wandern. Das ist bis zur Salmhütte derselbe Weg, der zur Glocknerbesteigung genutzt wird. Der Weg geht ziemlich steil und teilweise ausgesetzt bis zur Oberen Stockerscharte. Danach geht es leicht bergauf am Hang entlang, teilweise einen einfachen Bergwerg, teilweise einen sehr schmalen Bergweg mit steilem Abhang und teilweise sogar kurze Stellen mit Seilversicherung.

An der Salmhütte treffen wir Bergsteiger, die mit Führer eine Großglocknerbesteigung planen. Das Wetter ist bisher viel besser als vorhergesagt. Noch sind kaum Wolken sichtbar.

Wir nehmen den Weg durch das kleine Tal zwischen Salmhütte und Glatzberg. Das sind zwar mehr Höhenmeter, ist aber der einfachere Weg.

Um kurz vor 12 Uhr sind wir an der Glorer Hütte – von Regen keine Spur. Vor der Hütte ist es schön sonnig, es pfeift jedoch ein eisiger Wind, so dass wir zuerst unsere Jacken herausholen und dann trotzdem schon am Nachmittag in die Hütte umziehen. (Gegen 17 Uhr beginnt es dann tatsächlich zu hageln.)

In der Hütte lassen wir uns zum weiteren Weg für morgen beraten. Wir werden den steilen Weg über den Hausberg nehmen, statt den Weg außenrum. Und der Wetterbericht sagt, dass es trocken werden wird.

Route: Glocknerhaus (2132 m) – Grafental – Margaritze – Am Seele – Ochsentür – Obere Stockerscharte (2501 m) – Gonitzen – Salmhütte (2638 m) – Glatzberg – Glorer Hütte (2651 m)
bergauf: 953 m, runter: 438 m
Strecke: 10,8 km
Dauer: 4:20 h


Tag 10, Donnerstag, 17.9.2020 (Glorer Hütte – Lienzer Hütte)

Heute steht eine Mammut-Tour mit dem höchsten Punkt unserer Tour (2926 m) und der längsten Strecke und Dauer auf dem Programm – gut 8½ Stunden, knapp 1100 Höhenmeter rauf und über 1700 runter.

Das Wetter war leider doch etwas schlechter als am Vorabend noch angekündigt: Zwischen 9 und 11 Uhr lag die Regenwahrscheinlichkeit bei 30% und es regnete dann auch. Wir mussten mitten im Kletteraufstieg unserer Abkürzung über den Hausberg erstmals Regenkleidung auspacken. Den Rest des Tages war es dann trocken und teilweise sogar sonnig.

Man merkte heute übrigens deutlich, dass wir die Zentralalpen überwunden haben – die Alpen hier sind einfach anders.

Nachdem es nur 1 °C hat, ziehen wir Handschuhe und Mütze an.

Der Weg hinauf zum Kasteneck ist steil und teilweise ausgesetzt, geht aber erstaunlich gut. Auf halber Strecke zieht Nebel auf und es beginnt zu nieseln, geht in Schnee über und hagelt leicht. Wir sind froh, gut ausgerüstet zu sein und ziehen die Regenjacken an und verpacken die Rucksäcke. So haben wir das ganze Zeug wenigstens nicht umsonst mitgeschleppt. Allerdings kostet uns das Umziehen mitten am Hang Zeit.

Nach 45 Minuten haben wir das Kasteneck, nach einer guten Stunde den zweiten Gipfel erreicht. Der Abstieg ist einfach und es geht gleich zum zweiten Anstieg weiter, dem höchsten Punkt unserer gesamten Tour, wo sich der Weg zur Scharte unter anderem über ein Gletscherfeld hinzieht. Zwischenzeitlich ist der Weg wieder ausgesetzt, vor allem direkt unterhalb der Scharte. Hier steht eine Biwakschachtel, doch wir sind froh, dass wir hier nicht übernachten müssen.

Der Abstieg geht in Serpentinen ins Zwischental. Hier sieht fast alles unwirtlich aus – wie eine Steinwüste. An der Elberfelder Hütte machen wir kurz Rast, bevor es zur nächsten Scharte über einen ganz gut markierten Weg über Geröll und Blockwerk hinaufgeht.

Von der Scharte ins Tal runter bis zur Lienzer Hütte hört der Weg gar nicht mehr auf. Nach 7-8 Stunden spüren wir Beine und Füße.

Route: Glorer Hütte (2651 m) – Kasteneck (2836 m) – Unterstandshütte (2490 m) – Kesselkeessattel mit Gernot-Röhr-Biwak (2926 m) – Elberfelder Hütte (2346 m) – Gößnitzscharte (2737 m) – Salzplattensee (2372 m) – Lienzer Hütte (1977 m)
bergauf: 1063 m, runter: 1744 m
Strecke: 16,6 km
Dauer: 8:35 h inkl. Pausen


Tag 11, Freitag, 18.9.2020 (Lienzer Hütte – Lienz)

Nachdem wir nur gemütlich den Lienzer Höhenweg zur Seilbahn laufen wollen, können wir uns beim Packen und Frühstücken etwas mehr Zeit lassen.

Der Weg zweigt kurz nach der Hütte von der Fahrstraße ab und geht direkt in den Wald. Zunächst geht er als Pfad fast parallel zur Straße, bleibt dann aber auf gleicher Höhe.

Wir hatten erwartet, dass der Weg häufig begangen ist, das scheint aber nicht der Fall zu sein, denn häufig kann man gar nicht erkennen, wo der Weg sein soll, so weit ist er zugewachsen und gleichzeitig felsig. Nachdem es auch noch feucht ist und es oft über Blockwerk geht, kommen wir nicht so recht vom Fleck und es ist viel anstrengender als erwartet. Für Maria ist es etwas frustrierend, hier bei einem an sich einfachen Weg auf der Stelle zu treten, nachdem wir die letzten Tage erfolgreich echt herausfordernde Touren geschafft hatten. Wir fragen uns, wie lange wir so brauchen werden.

Nach gut zwei Stunden haben wir den ersten Teil geschafft und wir gönnen uns eine Pause. Ab hier geht der Weg einfacher weiter, wenn er auch weiterhin der am schlechtesten gepflegte Weg der ganzen Tour bleibt. Wir kommen über Wiesen und an Ziegen- und Schafherden vorbei und kommen nun gut voran, bis es zum Schluss nochmal 300 Höhenmeter steil bergauf zur Seilbahn geht. (Das war von Anfang an so geplant, denn wir wollten die 1500 Höhenmeter, die nur langweilig auf einem Fahrweg runter gegangen wären, unsere Knie nicht unnötig strapazieren.) An der Bergstation haben wir uns erstmal ein Eis gegönnt.

Dann geht es mit der Seilbahn runter ins Tal zu unserem Hotel. Hier geht es nach einer Dusche direkt in den Naturpool, was eine super Abkühlung ist.

Route: Lienzer Hütte (1977 m) – Trelebisch-Alm (1963 m) – Seewiesenalm (1992 m) – Steinermandl (2213 m) – Lienz (728 m)
bergauf: 577 m, runter: 348 m (+ 1500 mit der Seilbahn)
Strecke: 9,9 km
Dauer: 5:15 h inkl. Pausen


Tag 11+1, Samstag, 19.9.2020 (Heimreisetag)

Heute geht es nur noch zurück. Es gibt keine direkte Bahnlinie von Lienz nach München/Nürnberg – da ist der Großglockner im Weg. Man muss also entweder über Spittal (Millstätter See/Kärnten) und weiter über Salzburg fahren, oder über Franzensfeste und den Brenner. Die erste Variante hat den Vorteil, dass man sie direkt über die DB- oder ÖBB-App buchen kann. Außerdem können wir uns so noch gut drei Stunden mit unseren Freunden aus dem Harz in Spittal und am Millstätter See treffen.

Route: Lienz – Spittal/Millstätter See – Salzburg – München – Nürnberg – Fürth


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